Mahnwache für Menschenrechte in Lüneburg

Mahnwache für Menschenrechte in Lüneburg

Die unbeugsamen Tibeter verschaffen sich zum Ärger der chinesischen Regierung weiterhin Gehör und instrumentalisieren die durch die olympischen Spiele generierte Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für ihre Zwecke. Ob die zaghaften bilateralen Gesprächsansätze zwischen Gesandten der Tibeter und Mitgliedern der chinesischen Regierung fruchten werden, wird nicht nur von Skeptikern bezweifelt. Das chinesische Regime, das der Welt mittlerweile ein beeindruckendes Beispiel für die Verwandtschaft von Kapitalismus und Kommunismus liefert, hat nämlich nachvollziehbare Interessen in diesem Konflikt.

Terror in China

Mahnwache für Menschenrechte in Lüneburg

Die unbeugsamen Tibeter verschaffen sich zum Ärger der chinesischen Regierung weiterhin Gehör und instrumentalisieren die durch die olympischen Spiele generierte Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für ihre Zwecke. Ob die zaghaften bilateralen Gesprächsansätze zwischen Gesandten der Tibeter und Mitgliedern der chinesischen Regierung fruchten werden, wird nicht nur von Skeptikern bezweifelt. Das chinesische Regime, das der Welt mittlerweile ein beeindruckendes Beispiel für die Verwandtschaft  von Kapitalismus und Kommunismus liefert, hat nämlich nachvollziehbare Interessen in diesem Konflikt:

Die Zeit als der Kommunismus noch als Ersatzreligion galt, gehört wohl der Vergangenheit an.  Ob dieser Grundsatz je die ganze Wahrheit widerspiegelte, ob es stets an der mangelnde Vernunft der Menschen scheitert oder, ob China dem Kommunismus mittlerweile schlicht zu fern ist, darf unbeantwortet bleiben - fest steht, dass China große Angst vor der Revolution aus der Steppe (in diesem Fall: aus den Bergen) zu haben scheint. Wie wäre sonst das brutale Vorgehen des Regimes gegen die Tibeter zu verstehen, wenn nicht auffiele, dass die Chinesen schlotternde Knie vor dem Buddhismus haben. Wo eine geistige Bewegung die auf den Tugenden der Barmherzigkeit, Wahrhaftigkeit und Nachsicht fußt (Falun Gong) als Sekte gebranntmarkt und verfolgt wird, ist ebenso wenig Großzügigkeit gegenüber einer friedlichen Religion zu erwarten. Der Buddhismus droht aus chinesischer Sicht die Volksrepublik weniger kontrollierbar und manipulierbar zu machen – eine Gefährdung der Macht. Das ist nachvollziehbar - aber welche Mittel sind legitim, diese Entwicklung zu unterdrücken?  

Im Kapitalismus beutet der Mensch den Menschen aus. Im Kommunismus ist es genau umgekehrt.

JOHN KENNETH GALBRAITH


Sind die Tibeter Freiheitskämpfer oder Terroristen? Diese Frage wird normalerweise von denjenigen beantwortet, die die Macht haben. Getreu dem Schema F (hier: Freiheitskampf) ist die Frage nach ersten Terroranschlägen in China nur noch eine der Zeit. Käme nicht ein schmerzhafter Terroranschlag, der natürlich den radikalen Tibetern zur Last gelegt werden wird, den chinesischen Machthabern derzeit gerade recht? Möge sich diese Vorhersage nicht bewahrheiten.

Der deutsche Bundestag hat 1996 jedenfalls Klarheit geschaffen:

„Die fortgesetzte Repressionspolitik Chinas in Tibet hat schwere Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörungen sowie massive wirtschaftliche, soziale, rechtliche und politische Benachteiligungen der tibetischen Bevölkerung und letztlich die Sinisierung Tibets zur Folge.“

Der Zuspruch und die Sympathisierung mit den Tibetern haben in den vergangenen Wochen weltweit stark zugenommen. Tausende Menschen engagieren sich und setzen sich als Sprachrohr der Unterdrückten ein. So auch die Jungen Liberalen der Ortsverbände Lüneburg und Harburg Land. Sie riefen jüngst zu einer Demonstration in der Lüneburger Innenstadt auf. Die Organisatoren versprechen sich eine parteienübergreifende Teilnahme an der Veranstaltung am kommenden Samstag in der Großen Bäckerstraße ab 12:00 Uhr. Am Abend schließt sich eine Mahnwache auf dem Marktplatz an. Der Kreisvorsitzende Jannes Dawe (19 Jahre)  gegenüber der LZ:“ Wir wollen ein Zeichen setzen. Pressefreiheit ist Meinungsfreiheit – und Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht!“

Ob diese und vergangene Protestaktionen für ein freies Tibet Menschen aufmerksamer machen, für Menschenrechtsverletzungen sensibilisieren oder den Tibetern gar eine bessere Verhandlungsposition verleihen, lässt sich schwierig messen, aber doch gerne hoffen.





Veröffentlicht am:
17:25:51 08.05.2008 von Jannes Dawe